Unser Auftrag, unser Anspruch
- Standort sichern, Risiken ausbremsen
- Ressourceneffizienz als Antriebsstoff für unsere Wirtschaft
- Kompetenzen bündeln, Wissen vermitteln
Steigender Ressourcenverbrauch führt zu immer mehr Umweltschäden und wird durch die zunehmende Verknappung zu einer Bedrohung für die Wirtschaft.
Eines der zentralen Themen in Politik und Wirtschaft ist daher die weltweite Begrenzung der natürlichen Ressourcen mit der Folge einer absehbaren Verknappung. Das betrifft nicht allein fossile Energieträger wie Erdöl oder Erdgas, sondern umfasst alle Ressourcen – von Bodenschätzen über Metalle und Trinkwasser bis hin zu Wald- und Agrarflächen. Auch diese Ressourcen gehen bereits heute zur Neige oder werden spürbar knapper.
Das liegt zum einen an der wachsenden Weltbevölkerung, zum anderen am steigenden Bedarf nicht allein der klassischen Industrieländer, sondern ebenso in den Schwellen- und Entwicklungsländern. Sollte es der Menschheit nicht gelingen, in Zukunft effizienter zu wirtschaften, „braucht die Menschheit bereits im Jahre 2050 zwei Planeten, um ihren Ressourcenverbrauch zu decken“, bringt es eine Studie des WWF auf den Punkt.
Standort sichern, Risiken ausbremsen
Die Lösung des Problems besteht im effizienteren Einsatz der Ressourcen, wie die Autoren der neuen VDI-Studie „Mehr Wissen – weniger Ressourcen“ deutlich machen: „Ressourceneffizienz bietet Unternehmen die Möglichkeit, Ressourcen einzusparen, schädliche Emissionen zu reduzieren und so Kosten zu senken. Mehr Ressourceneffizienz steigert somit die Wettbewerbsfähigkeit und entlastet die Umwelt.“
Gerade rohstoffarme Länder wie Deutschland sind auf einen effizienten Umgang mit Ressourcen besonders angewiesen. Die Verknappung von Rohstoffen und damit verbundene Preissteigerung bergen auf lange Sicht sowohl hohe Konjunkturrisiken als auch eine Bedrohung für die Wettbewerbsfähigkeit vieler Branchen.
Deshalb ist eine Minderung dieser Importabhängigkeit und damit eine Entkopplung der Wirtschaftsleistung von der Ressourcenverfügbarkeit durch Effizienzmaßnahmen das Gebot der Stunde: „Rohstoffe intelligenter und effizienter zu nutzen ist ein elementarer Beitrag zur Sicherung des Industriestandorts Deutschland. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten stärkt eine hohe Ressourceneffizienz die deutsche Industrie im globalen Wettbewerb. Neben dieser wirtschaftlichen Bedeutung ist beim Einsparen von Rohstoffen auch die ökologische Seite wichtig“, betont das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) im Rahmen des aktuellen Forschungsprojekts „Innovative Technologien für Ressourceneffizienz – rohstoffintensive Produktionsprozesse.“
Ressourceneffizienz als Antriebsstoff für unsere Wirtschaft
Aufgrund umfangreicher wissenschaftlicher Erkenntnisse gibt es in Politik, Wirtschafts- und Umweltverbänden einen breiten Konsens, die Effizienz im Gebrauch natürlicher Ressourcen wesentlich zu steigern.
Für den ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler liegt in der Energie- und Ressourceneffizienz gar „ein neuer Antriebsstoff für unsere Volkswirtschaften. Wir müssen hin zu erneuerbaren Energien und zu viel mehr Energie- und Ressourceneffizienz. Dieser Wandel ist ökologisch nötig, und er ist wirtschaftlich chancenreich“, wie er bei der Verleihung des Deutschen Umweltpreises im Oktober 2009 betonte.
Auch VDI-Präsident Braun erwartet „eine nie gekannte Effizienzsteigerung im Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen. Ressourceneffizienz ist die Grundlage für ein ökologisch verantwortungsbewusstes Handeln. Und der Schlüssel für den Erfolg unserer Wirtschaft im globalen Wettbewerb“, was er in seinem Grußwort zum 24. Deutschen Ingenieurstag im Mai 2009 deutlich zum Ausdruck brachte.
Kompetenzen bündeln, Wissen vermitteln
Aus diesem Grund hat der VDI in Kooperation mit dem Bundesumweltministerium am 8. Juni 2009 das VDI Zentrum Ressourceneffizienz (VDI ZRE) mit Sitz in Berlin gegründet. Das neue Zentrum versteht sich als bundesweit agierendes Kompetenzzentrum, das das Wissen und die Expertise im Hinblick auf den effizienten Einsatz von Ressourcen bündelt, aufbereitet und auf breiter Basis zur Verfügung stellt.
Der von der Politik vorformulierte Auftrag des VDI ZRE besteht darin, Ressourceneffizienz-Konzepte für eine Vielzahl von Anwendungsfeldern zu sammeln, weiterzuentwickeln und in Umlauf zu bringen. Dazu zählen u. a. Konzepte für die sogenannte Dematerialisierung von Prozessen, also ein deutlich reduzierter Einsatz von Energie und Material, sowie Konzepte für eine höhere Wertschöpfung innerhalb der Wirtschaft und eine Stärkung der internationalen Wettbewerbsposition.
Das VDI ZRE wurde vom Projektträger Jülich mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) bis Ende 2011 mit der Wahrnehmung dieser Aufgaben beauftragt.


