Gute Ideen und effiziente Maßnahmen
Mit Hilfe einer Gebäudesanierung konnte ein Krankenhaus seine Energiekosten um 300.000 Euro jährlich reduzieren, eine Brauerei erzielte innerhalb von 15 Jahren eine Minimierung seines Wasserbedarfs um 34 Prozent. Welche Ideen und Maßnahmen hinter diesen und weiteren Geschichten stecken, lesen Sie hier.
Materialeinsparung
Reduzierung des Messingausschusses
Die Vorkommen von Metallen sind begrenzt, sie einzusparen macht ökologisch und ökonomisch Sinn. EVVA hat dieses Potenzial durch die Entwicklung und den
Bau einer automatischen Schleifmaschine genutzt.
Quelle: Ressourceneffizienz Aktionsplan (REAP, Lebensministerium Österreich) - Best Practice Sammlung / EVVA Sicherheitstechnologie GmbH
Die EVVA Sicherheitstechnologie GmbH fertigt am Standort Wien mechanische und elektronische Schließsysteme. Die dafür erforderlichen Europrofi lzylinder werden vom Unternehmen produziert und in Gehäuse aus Messing eingesetzt. Das fertige Produkt ist ein Zylinderschloss. Bei der Bearbeitung der Rohmessingteile entstehen häufi g unerwünschte Rillen und Schürfspuren an den Werkstücken. Sind die Schäden zu groß, um von Hand ausgeschliffen zu werden, müssen diese fast fertigen Werkstücke als Ausschuss entsorgt werden. Zudem gehen 33 % des eingesetzten Messings bei der Verarbeitung zuvor als Späne verloren.
Das Unternehmen hat sich daher entschlossen eine automatische Schleifmaschine zu entwickeln, um Bearbeitungsschäden an den Werkstücken zu vermindern. Durch den nunmehr automatisierten Prozess wird die entstehende Ausschussmenge stark reduziert. Mittels dieser Maßnahme können rund 14 Tonnen Messing pro Jahr eingespart werden. Die Schleifmaschine wurde vom Lebensministerium im Rahmen der betrieblichen Umweltförderung im Inland im Förderungsschwerpunkt „Ressourcenmanagement“ mit 64.396 Euro gefördert.
RE beim Neubau
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR):
effizienter Neubau
Eine Dokumentation zum Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen im öffentlichen Bereich
Quelle: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.
Das neue Gebäude wurde überwiegend mit Baustoffen aus nachwachsenden Rohstoffen gebaut und ist ein überzeugendes Referenzprojekt für die stoffliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe. Das Gebäude entstand in moderner Holzbauweise.
Für die Fassade kam recyceltes Eichenholz ehemaliger landwirtschaftlicher Gebäude zum Einsatz. Für den Ausbau mit zahlreichen Naturbaustoffen fiel ein finanzieller Mehraufwand von lediglich rund 4 Prozent gegenüber einem konventionellen Bau an.
Weiterhin wurde mit Hilfe einer konsequenten Wärmedämmung der Energieverbrauch so weit wie möglich reduziert. Dabei kamen überwiegend Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen zum Einsatz. Der geringe Rest-Energiebedarf für die Heizung wird dann über eine Lüftung mit Wärmerückgewinnung und eine Wärmepumpe gedeckt, die neben Erdwärme die in der Löschwasserzisterne gespeicherte Abwärme des Computerservers nutzt.
Gebäudesanierung
Krankenhaus Neustadt am Rübenberge
Quelle: EUR. ING. H. Roth, ehemaliger Technischer Leiter
Betreiber: Klinikum Region Hannover GmbH
Bettenzahl: 307
Bereits im Jahre 1984 wurde damit begonnen, durch zahlreiche Maßnahmen und über einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren den Gas-, Strom- und Wasserverbrauch des Krankenhauses Neustadt am Rübenberge kontinuierlich zu reduzieren. Dadurch konnte eine jährliche Energiekostenersparnis von ca. 300.000 € erzielt werden.
Aufgrund seiner Einsparungen wurde das Krankenhaus 2002 und 2008 mit dem BUND-Gütesiegel „Energie sparendes Krankenhaus“ ausgezeichnet.
Gebäude-Monitoring Gymnasium Baesweiler nach energetischer Sanierung
Quelle: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) 2010
Passivhaus-Standard plus –
Optimierung im Betrieb – Der Betrieb öffentlicher Gebäude verschlingt viel Energie und damit Geld.
In Zeiten knapper Kassen ist es für die Kommunen von zentraler Bedeutung, diese Kosten zu reduzieren. Die energetische Sanierung bietet hier Abhilfe und dient gleichzeitig dem Klimaschutz: Energieverbrauch und CO₂-Emissionen können reduziert werden. Es ist daher wichtig, Konzepte zur optimalen Sanierung der 40.000 Schulen in Deutschland zu entwickeln.
In einem Pilotprojekt der DBU soll das Gymnasium Baesweiler auf den zukunftsweisenden Passivhaus-Standard saniert werden. Im Anschluss werden drei Jahre lang die Betriebsdaten, wie z. B. tageszeitenabhängige Energieverbräuche und das Nutzerverhalten, dokumentiert. Auf Basis dieser Daten soll eine Optimierung des Anlagenbetriebs und damit eine Steigerung der Energieeffizienz erreicht werden, etwa durch Steuerung der Wärmepumpe. Zusätzlich zu den Einsparungen durch den Passivhaus-Standard kann hier eine Reduktion des Endenergiebedarfs um bis zu 30 Prozent erzielt werden. Die Ergebnisse sollen auch Aufschluss geben, wie die zahlreichen anstehenden Schulsanierungen in ähnlicher Weise optimiert werden können. Ziel: Passivhaus-Standard plus.
Isolierung & Dämmung
Low-E-Lack senkt Wärmeverluste um 30 Prozent
Quelle: Limón GmbH 2010
Mit dem Low-E-Lack é.TERMICO ist es dem Unternehmen Limón gelungen, ein Produkt zu entwickeln, das eine Oberflächenbeschichtung mit geringem Emissionsgrad besitzt. Durch einen reduzierten Strahlungsanteil wird der Wärmeverlust verringert. Dies wiederrum führt zu einer Minimierung des Energiebedarfs.
Recycling
Rückgewinnung von Zink aus Zinkaschen
Quelle: Metalle pro Klima/ Eine Initiative der NE-Metallindustrie
Bei der Produktion von Zinkhalbzeugen wie Anoden, Zinkblech, etc. fallen jährlich Tauschende Tonnen Zinkaschen und zinkhaltige Rückstände an. Diese Aschen enthalten einen hohen Anteil recyclingfähigen Metalls.
Durch intelligente Ofentechnolgie werden die Aschen in Spezial-Öfen erneut eingeschmolzen und ohne Qualitätsverlust in den Materialkreislauf zurückgeführt.
Dadurch ergibt sich eine jährliche Rückgewinnung mehrerer hundert Tonnen Umschmelzzink aus recyceltem Material. Das spart darüber hinaus etwa 90 Prozent CO2 gegenüber dem Einsatz von Primärzink ein.
Batterie-Recycling
Quelle: Recycling Magazin, 27.01.2011 / Tesla Motors
Beim Recycling von Lithium-Ionen-Batterien wird Kobalt in ein hochgradiges Kobalt-Lithium-Oxid umgewandelt. Dieses kann wiederum in neuen Batterien eingesetzt werden. Dadurch können 70 Prozent der CO₂-Emissionen gespart sowie wertvolle Metalle wiederverwendet bzw. aufbereitet werden.
Leichtbautechnik aus faserverstärkten Kunststoffen aus Recyclingmaterial ist doppelt effizient
Quelle: VDI nachrichten, 13.08.2010 – Autor: M. Wollenweber
In vielen Branchen, u. a. im Automobilbau, in der Medizintechnik, im Maschinenbau und in der Luftfahrt, können Energie und CO₂-Emissionen und damit Betriebskosten durch Leichtbautechnik eingespart werden. Der teuren Herstellung des Werkstoffs kann nun durch die Verwendung von Recyclingmaterial zur Herstellung der faserverstärken Kunststoffe begegnet werden.
Ressourceneffizienter PET-Kernschaum für die Verbundwerkstoffindustrie
Quelle: Plasticker-News, 30.08.2010
Aus dem Recyclat von PET-Flaschen können Kernschäume gefertigt werden, die im Transportwesen, im Windraftanlagenbau oder beim Bootsbau eingesetzt werden und trotzdem folgende Eigenschaften besitzen: geringes Gewicht, hohe mechanische Festigkeit bei gleichzeitiger Restflexibilität und maximale Funktionsdauer.
Leiterplattenrecycling
Quelle: MPM Environment Intelligence KG, Gittelde – Autor: Peter Kolbe
Neben dem Recycling über die Kupferverhüttung gibt es ein Verfahren zum vollständigen Recycling bestückter und unbestückter Leiterplatten niedriger Qualitätsstufen. Dadurch wird eine Wiederverwertung sämtlicher Materialkomponenten aus der Fraktion der elektronischen Schaltkreise unter Berücksichtigung des gesamten Lebenszyklus ermöglicht.
Lebensmittelbranche
Wasser sparen bei der Bierherstellung
Quelle: Brauerei Beck & Co., Bremen
Innerhalb von 15 Jahren konnte die Brauerei Beck & Co. ihren Wasserbedarf um 34 Prozent reduzieren. Dazu wurde unter anderem gebrauchtes Wasser für “Zweitwasserkreisläufe” mit geringeren Qualitätsansprüchen wiederverwendet. Zudem konnte der Frischwasserverbrauch bei Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen durch Verfahrensoptimierung und technische Neuerungen an Einrichtungen minimiert werden.


